Hannoversche Schweisshunde
Kurzer geschichtlicher Abriss

Hannoversche Schweisshunde sind fast unverändert aus dem sog. Leithund des frühen Mittelalters hervorgegangen. Der Leithund aus der Rassegruppe der Bracken hat schon zur Zeit der Stammesrechte der germanischen Völker (um 500 n. Chr.) eine ausserordentliche Stellung eingenommen.

Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen wurden Jagdmethoden auf Hochwild geändert. Man benötigte einen Hund zur Nachsuche auf angeschweisstes Wild. Der Leithund bot hierfür beste Vorausetzungen und so wurde aus ihm der Leit-Schweisshund. Besonders der Hannoversche Jägerhof im Königreich Hannover entwickelte diese Hunderasse weiter und erhielt bewährte Führungsmethoden. Seit 1894 betreut der Verein Hirschmann e.V. als Zuchtverein diese Hunderasse. Hier wurde auch der Name « Hannoverscher Schweisshund » geprägt. Seitdem werden diese Hunde nach strenger Leistungszucht weitergezüchtet und ausschliesslich in Hochwildrevieren als Spezialist für Nachsuchen auf Schalenwild geführt.

allgemeines Erscheinungsbild

Das allgemeine Erscheinungsbild des leistungsstarken Hannoverschen Schweisshundes ist das eines mittelgrossen, wohlproportionierten, kraftvollen Hundes. Gut gestellte, kräftig bemuskelte Vorder- und Hintergliedmassen befähigen ihn zu ausdauernder Arbeit. Zu hohe Läufe, besonders eine überbaute Vorhand beeinträchtigen die Arbeit mit tiefer Nase und sind typfremd.

Die breite tiefe Brust bietet der Lunge viel Raum und ermöglicht lange, anstrengende Hetzen. Die leicht faltige Stirn und das klare, dunkle Auge verleihen dem Hannoverschen Schweisshund den für ihn typischen ernsten Gesichtsausdruck. Rassetypisch ist auch die rote Grundfärbung, die vom hellen Fahlrot zur dunkel gestromten, beinahe schwarz wirkenden Färbung variieren kann.

Verhalten / Charakter ( Wesen )

Ruhige und sichere Wesensart, dabei empfindsam gegenüber seinem Führer und wählerisch - zurückhaltend gegenüber Fremden. Hohe Konzentrationsfähigkeit bei der jagdlichen Nachsuchenarbeit mit ausgeprägter Meutebeziehung zum führenden Jäger.

Kopf

Stirn leicht faltig.

Oberkopf

Schädel: Breit, in der Breite nach hinten zunehmend, flach gewölbt. Hinterhauptbein wenig ausgeprägt, Augenbrauenbogen von der Seite gesehen deutlich abgesetzt.

Stop: Überwiegend stark ausgeprägt, beim Rüden deutlicher.

Gesichtsschädel

Nasenschwamm: Breit, meist schwarz, selten dunkelbraun. Nase gross, breit, Nasenflügel gut geöffnet. Nasenrücken leicht gewölbt oder fast gerade, beim Rüden stärker gewölbt. In Richtung Stirn allmählich schmaler werdend.

Fang : Kräftig, tief und breit. Für den Gebrauch gut ausgebildet (etwa 50% der Kopflänge). Kinnbacken kräftig.

Lefzen : Breit überfallend und gut abgerundet.

Kiefer / Zähne : Kiefer normal entwickelt, sehr stark, gerade, allen Zähnen den nötigen Raum gebend. 42 Zähne. Scheren- oder Zangengebiss.

Backen : Stark bemuskelt und sehr kräftig.

Augen : Weder vorstehend nocht tief eingestzt, guter Lidschluss, dunkelbraune Iris. Frei von Ektropium und Entropium.

Behang : Mittellang, hoch und breit angesetzt, glatt und ohne Drehung dicht am Kopf herabhängend; unten stumpf abgerundet.

Hals

Lang und stark, sich allmählich zur Brust erweiternd. Kehlhaut voll und locker, leichte Wammenbildung ist zulässig.

Körper

Obere Profillinie : Lang, häufig leicht überbaut.

Widerrist : Normal ansteigend, Halsansatz kräftig.

Rücken : Stark.

Lenden : Bei leichter Wölbung breit und biegsam.

Kruppe : Breit und lang, zur Rute leicht abfallend.

Brust : Tief und geräumig, mehr tief als breit.

Untere Profillinie und Bauch : In allmählich aufsteigender Linie leicht aufgezogen. 

Rute

Hoch angesetzt, lang und wenig gebogen; am Ansatz kräftig, sich zur Spitze allmählich verjüngend.

Gliedmassen

Vorderhand

Allgemeines : Von der Seite gesehen senkrecht unter den Rumpf gestellt und gerade. Von vorne gesehen gerade, häufig bodeneng stehend. Zum Rumpf gut proportioniert.

Schultern : Schulterblätter flach anliegend, fest bemuskelt, gut schräg gelagert.

Oberarm : Lang.

Ellenbogen : Gut nach hinten gelagert und anliegend.

Unterarm _ Gerade, gut bemuskelt.

Vorderfuβwurzelgelenk : Breit, fast gerade.

Vordermittelfuβ : Nie völlig steil.

Vorderpfoten : Kräftig, rund; Zehen gut gewölbt, eng zusammengefügt; Ballen gross und derb; Krallen kräftig.

Hinterhand

Allgemeines : Von der Seite gesehen Stellung vor- oder auch leicht rückständig. Gut gewinkelt. Von hinten gesehen gerade. Für einen mittelgrossen Hund mit mehr Länge als Höhe ist das Verhältnis zum Rumpf normal.

Becken : Breit und geräumig.

Oberschenkel : Kräftig bemuskelt.

Knie : Gelenk mehr als 120° gewinkelt.

Unterschenkel : Gerade und trocken.

Sprunggelenk . Breit und stark.

Hintermittelfuβ : Fast senkrecht zum Boden gestellt.

Hinterpfoten : Gerundet, Zehen eng zusammengefügt.

Gangwerk

Beherrscht alle Gangarten, dabei schwungvoll, elastisch und beim Galopp raumgreifend. Bevorzugte Gangart beim Arbeitseinsatz ist Schritt und Galopp.

Haut

Dick, recht locker, überwiegend faltig am Kopf und gelegentlich im Halsbereich. Typisch ist die faltige Stirn.

Haarkleid

HAAR : Kurz, dicht, derb bis harsch, nur am hinteren Rand der Oberschenkel etwas länger und gröber. Behaarung der Rute ist dicht und derb, an der Unterseite etwas länger und gröber.

FARBE : Hell-bis dunkelhirschrot, mehr oder weniger stark gestromt, mit und ohne Maske. Kleine weisse Flecken am Brustkern werden toleriert.

Größe und Gewicht

Widerristhöhe 

Rüden : 50 - 55 cm,

Hündinnen : 48 - 53 cm.

Gewicht 

Rüden : 30 - 40 kg,

Hündinnen : 25 - 35 kg.

Bayerischer Gebirgsschweißhund
Kurzer geschichtlicher Abriss

Alle Leit- und Schweisshunde stammen von den Urjagdhunden, den Bracken ab. Alle reinen Bracken haben feinste Nase auf Spur und Fährte, grösste Fährtensicherheit, sehr ausgeprägten Fährtenwillen und lockeren Fährtenlaut beim Jagen. ´

Ursprünglich nahm man die verlässlichsten und sichersten Bracken aus der Meute und suchte mit ihnen am Riemen die verlorene Fährte des gejagten Wildes. Aus diesen ruhigsten und führigsten Bracken wurden später die Leithunde (nur auf natürlicher kalter Gesundfährte gearbeitet) und die Schweisshunde (auf der Wundfährte geführt, sogen. „verdorbene Leithunde“) herausgezüchtet.

Durch Einkreuzung genetisch relativ nahestehender Rassen Ende des 18. / Anfangs 19. Jahrhunderts entstand der heutige Hannoversche Schweisshund. Nach der Revolution von 1848, also nach der Zerschlagung der Grossreviere und der Ablösung der ehemaligen Jagdmethoden durch Pirsch- und Ansitzjagd bei gleichzeitig verbesserten Schusswaffen wurde der Hund „nach dem Schuss“ gebraucht. Spezialisiert auf sichere Riemenarbeit konnte man auf laute Hatz, Durchhaltewillen und Schärfe besonders in den Bergrevieren nicht verzichten. Dort erwies sich der Hannoversche Schweisshund als zu schwer. Um diese gewünschten Leistungen auch im schwierigen Berggelände zu erreichen, züchtete Baron Karg-Bebenburg, Reichenhall, nach 1870 den rassigen und veredelten, leichteren Gebirgsschweisshund, indem er Hannoversche Schweisshund mit roten Gebirgsbracken kreuzte.

Zunehmend verdrängten diese Hunde andere Rassen aus den Bergrevieren, so dass der Bayerische Gebirgsschweisshund heute der klassische Begleiter der Berufsjäger und Förster geworden ist. 1912 wurde der „Klub für Bayerische Gebirgsschweisshunde“ mit Sitz in München gegründet. Er ist der einzige anerkannte Zuchtverein für Bayerische Gebirgsschweisshunde in Deutschland.

allgemeines Erscheinungsbild

Ein insgesamt harmonischer, leichterer, sehr beweglicher und muskulöser, mittelgrosser Hund. Der Körper ist etwas länger als hoch, hinten etwas überhöht; steht auf nicht zu hohen Läufen. Der Kopf wird waagerecht oder etwas aufgerichtet, die Rute waagerecht oder schräg abwärts getragen.

Verhalten / Charakter ( Wesen )

Ruhig und ausgeglichen; anhänglich gegenüber seinem Besitzer, zurückhaltend gegenüber Fremden. Gefordert wird ein in sich gefestigter, selbstsicherer, unerschrockener und leichtführiger Hund, der weder scheu noch aggressiv ist.

Kopf

Oberkopf

Verhältnismässig breit, flach gewölbt, Stirn deutlich abgesetzt, Augenbrauenbögen gut entwickelt, Hinterhauptsbein wenig ausgeprägt.

Stop : Ausgeprägt.

Gesichtsschädel

Nasenschwamm : Von guter Grösse, nicht zu breit, Nasenlöcher gut geöffnet. Schwarz oder dunkelrot.

Fang : Von den Augen etwas abgesetzt, etwas kürzer als der Schädel, genügend breit, nicht spitz. Nasenrücken leicht gewölbt oder gerade.

Lefzen : Gut überfallend, von mittlerer Dicke. Lefzenwinkel gut sichtbar.

Kiefer / Zähne : Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmässigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Mit 42 gesunden Zähnen gemäss der Zahnformel. Zangengebiss zulässig.  

Backen : Nur mässig betont.

Augen : Klar, aufmerksamer Ausdruck. Nicht zu gross und zu rund. Dunkelbraun oder etwas heller. Gut anliegende, pigmentierte Lider.

Behang : Etwas über mittellang, aber höchstens bis zur Nase reichend, schwer, hoch und breit angesetzt, unten abgerundet, ohne Drehung anliegend herabhängend.

Hals

Mittellang und kräftig. Etwas losere Kehlhaut.

Körper

Obere Profillinie : Vom Widerrist zur Hinterhand leicht ansteigend.

Widerrist : Wenig ausgeprägt. Fliessender Übergang vom Hals zum Rücken.

Rücken : Kräftig und elastisch.

Lenden : Verhältnismässig kurz, breit, sehr gut bemuskelt.

Kruppe : Lang und ziemlich flach verlaufend.

Brust : Mässig breit, gut ausgebildete Vorbrust; ovaler Rippenkorb, tief und lang mit weit nach hinten reichenden Rippen.

Untere Profillinie und Bauch : Allmählich nach hinten ansteigend; Bauch leicht aufgezogen.

Rute

Mittellang, höchstens bis zu den Sprunggelenken reichend; hoch angesetzt; waagerecht oder leicht schräg abwärts getragen.

Gliedmassen

VORDERHAND :

Die Läufe, von vorne betrachtet, gerade und parallel, von der Seite betrachtet gut unter dem Körper stehend. Gute Winkelungen.

Schultern : Gut schräg und nach hinten liegendes Schulterblatt, kräftig bemuskelt.

Oberarm : Lang, gut und trocken bemuskelt.

Ellenbogen : Am Körper anliegend, weder einwärts noch auswärts gedreht.

Unterarm : Trocken und senkrecht stehend. Kräftige Knochen, sehr gut bemuskelt.

Vorderfusswurzelgelenk : Kräftig.

Vordermittelfuss : Gering nach vorne gerichtet.

Vorderpfoten : Löffelförmig, mit gut gewölbten und eng aneinanderliegenden Zehen sowie genügen gepolsterten, derben, widerstandsfähigen und gut pigmentierten Ballen. Sie fussen parallel, im Stand und in der Bewegung weder einwärts noch auswärts gerichtet. Krallen schwarz oder hornfarbig.

HINTERHAND :

Allgemeines : Kräftige Knochen. Von hinten betrachtet gerade und parallel. Gute Winkelungen.

Oberschenkel : Breit und sehr muskulös.

Knie : Kräftig.

Unterschenkel : Verhältnismässig lang, muskulös und sehnig.

Sprunggelenk : Kräftig.

Hintermittelfuss : Kurz, senkrecht stehend.

Hinterpfoten : Löffelförmig, mit gut gewölbten und eng aneinanderliegenden Zehen sowie genügend gepolsterten, derben, widerstandsfähigen und gut pigmentierten Ballen. Sie fussen parallel, im Stand und in der Bewegung weder einwärts noch auswärts gerichtet. Krallen schwarz oder hornfarbig.

Gangwerk

Raumgreifend, guter Vortritt und guter Schub, in Vorderhand und Hinterhand gerade und parallel, leicht federnd.

Haarkleid

HAAR:

Dicht, glatt anliegend, mässig rauh, mit wenig Glanz; feiner an Kopf und Behang, rauer und länger an Bauch, Läufen und Rute. 

FARBE:

Tiefrot, hirschrot, rotbraun, rotgelb, auch fahlgelb bis semmelfarben; rotgrau, wie das Winterhaar des Rotwildes, auch geflammt oder dunkel gestichelt. Auf dem Rücken ist die Grundfarbe meist intensiver. Fang und Behang dunkel. Rute meistens dunkel gestichelt. Kleiner, heller Brustfleck (Brackenstern) ist zulässig.

Größe und Gewicht

Widerristhöhe:

Rüden : 47 – 52 cm.
Hündinnen: 44 – 48 cm.